Dienstfahrräder und Dienstfahrten

Dienstfahrten mit dem Fahrrad können viele Vorteile sowohl für ArbeitnehmerInnen als auch für ArbeitgeberInnen bringen. Wir informieren hier zu generellen Vorteilen von Diensträdern sowie zur umstrittenen Frage der Sachbezugs-Verrechnung.

Kilometergeld für Dienstfahrten

Wer sein Fahrrad für dienstliche Fahrten nutzt, kann Kilometergeld bekommen, und zwar 38 Cent pro Kilometer. Zum Vergleich: Das Kilometergeld für einen Pkw liegt bei 42 Cent, also kaum darüber. Bekommt eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer kein Kilometergeld für die Fahrt mit dem Rad, können bis zu 560 Euro über Werbungskosten pro Jahr bei der nächsten Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden.

Dazu informiert die Radlobby Österreich zusätzlich, dass Kilometergeld für Dienstwege mit dem Fahrrad von Gesetz wegen nur für Strecken ausbezahlt wird, die länger als zwei Kilometer sind. Während das Kilometergeld bei der Verwendung eines Autos pro Jahr mit maximal 30.000 Kilometern limitiert ist, liegt die Obergrenze bei Fahrrädern bei nur 1.500 Kilometern pro Jahr, also im Schnitt fünf Kilometern pro pro Tag. Die Radlobby setzt sich in ihrer "Radstrategie für Österreich" gegen diese Benachteilgung ein.

Vorteile für Arbeitgeber

Der größte Vorteil für Arbeitgeber: Radelnde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nicht nur sehr mobil, sondern auch gesünder! Sie sind laut internationalen Studien ca. einen Tag pro Jahr weniger im Krankenstand. Der Arbeitgeber kann seinen MItarbeiterInnen zur Unterstützung der positven Effekte ein Dienstad zur Verfügung stellen. Das wird analog zum Dienstauto als Lohnzahlung gehandhabt, Dazu aktuelle Informationen unten.  

Dazu informiert das österreichsiche Nachhaltigkeitministerium BMNT zum Thema: "Gesund, umweltschonend und stressfrei: Mit dem „Job-Rad“ unterstützen Betriebe Ihre  MitarbeiterInnen, private und berufliche Wege vermehrt gesund und umweltfreundlich zurückzulegen - was mitunter Euphorie auslöst und ansteckend wirkt.". Mehr Infos hier auf Jobrad.at

Vorteile für Selbstständige oder Freiberufler

Auch selbstständige und freiberufliche Personen können die berufliche Nutzung von Fahrrädern steuerlich geltend machen. Entweder über das Kilometergeld oder die Abschreibung eines neuen Fahrrades, das überwiegend beruflich genutzt wird. Kostet das neue Rad nicht mehr als 400 Euro so kann es sogar im Anschaffungsjahr zur Gänze abgeschrieben werden. Wird ein Rad steuerlich abgeschrieben ist keine Anrechnung des Kilometergeldes möglich, anders bei der Wartung und Pflege, hier kann Geld vom Finanzamt zurückgeholt werden.

Job-Rad und Sachbezug

Die Frage, ob Diensträder als Sachbezug gelten und lohnversteuert werden müssen, wurde in den letzten Jahren mit "nein" beantwortet. Die Lohnsteuerrichtlinien in Randziffer 174a hatten 2017 laut WKO festgehalten: Fahrräder und Fahrräder mit Hilfsmotor (also eBikes bis zu 25km/h und max. 600W) gelten nicht als Kfz im Sinne von Sachbezügen laut §4. Ihnen ist daher kein Sachbezugswert zuzurechnen.

Weiters liegt zur Frage betreffend die Sachbezugsregelung für Fahrräder, Elektroautos und E-Bikes aus dem September 2017 im Auftrag des Amtes der Vorarlberger Landesregierung das Gutachten vor, dass für Mopeds, Mofas, Fahrräder und für Fahrräder mit Hilfsmotor nach Verwaltungsmeinung (LStR Rz 174a) kein Sachbezug zuzurechnen ist. Auch im aktuellen Wartungserlass des BMF ist keine Änderung der bisherigen Regelung enthalten. Kurz gesagt: Fahrrad ist kein Sachbezug! Bis auf Widerruf.

Auszug aus Auskunft zu Sachbezug aus Gutachten Land Vorarlberg aus 2017:

Stellungnahme zu Frage II betreffend die Sachbezugsregelung für Fahrräder, Elektroautos und E-Bikes:

a) Kein Sachbezug Fahrräder und für E-Bikes
Kraftfahrzeuge im Sinne des § 4 der Verordnung über die Bewertung bestimmter Sachbezüge sind mehrspurige Kraftfahrzeuge (PKW, Kombi, Fiskal-LKW) und Motorräder. Für Mopeds, Mofas und für Fahrräder mit Hilfsmotor ist nach Verwaltungsmeinung (LStR Rz 174a) kein Sachbezug zuzurechnen.

b) Kein Sachbezug für Elektroautos
Wenn der Dienstnehmer die Möglichkeit hat, das Firmen-KFZ auch für Privatfahrten zu nutzen, so ist dafür ein Sachbezug anzusetzen. Abweichend davon ist gemäß § 4 Abs. 1 Z 3 der Sachbezugswerteverordnung für Kraftfahrzeuge mit einem CO2-Emissionswert von 0 Gramm pro Kilometer ab dem Kalenderjahr 2016 ein Sachbezugswert von Null anzusetzen. Damit kommt bei Verwendung eines Elektroautos kein Sachbezug zum Ansatz.

c) Änderung der Sachbezugswerteverordnung
Aufgrund der vorliegenden Verwaltungsmeinung (LStR Rz 174a) ist bei Fahrrädern und E-Bikes, wie auch bei Elektroautos, kein Sachbezug anzusetzen und damit eine Gleichstellung gegeben. Die Verwaltungsmeinung kann aus der Rechtslage des § 15 (2) Z 2 EStG 1988 und der Sachbezugswerteverordnung nicht zweifelsfrei abgeleitet werden. Eine Ergänzung der Sachbezugswerteverordnung im Sinne der Verwaltungsmeinung wird empfohlen.

 

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